Liebe auf den ersten Klick
shz
Inge Heuwold zwischen zwei ihrer tpischen Werke, die zurzeit in der Stadttöpferei zu sehen sind.
Fotografin Inge Heuwold setzt sich mit Neumünster auseinander
Neumünster - /hf- Es gibt sie, die Liebe auf den ersten Blick. Im Fall von Inge Heuwold war es allerdings Liebe auf den ersten Klick. Denn die Diplom-Journalistin aus Zachow ind Mecklenburg-Vorpommern ist Fotokünstlerin. Und das Objekt, mit dem sie sich da nicht nur mit der Linse verguckt hat, ist Neumünster. Nicht ganz zufällig kam sie zum ersten Mal im Frühjahr an die Schwale, ihre Tochter war hierher gezogen. Vor allem das Textilmuseum und die alten Maschinen der Tuchmacher hatten es der international gefragten Fotografin angetan - und die Stadttöferei im Fürsthof . Gestern eröffnete sie dort bei Susanne Meissner eine Ausstellung.
Inge Heuwolds Fotos sind Momentaufnahmen, geben stets genau das wieder, was sie gesehen hat. "Natürlich öffnet die digitale Bearbeitung am Computer viele Möglichkeiten, den künstlerischen Schaffensprozess zu unterstützen. "Doch das ist nicht meine Vorgehensweise", erläutert sie. Trotzdem öffnet sie dem Betrachter völlig neue Perspektiven, lässt ach so Vertrautes optisch total neu entstehen. Blickwinkel, Ausschnitt, Lichtspiele von Sonne und Schatten sind dabei ihre Mittel, mit denen sie wie auf einer endlosen Tastatur spielt. Dabei hebt sie Raum und Zeit auf, lässt die Motive zu einer neuen Idee, einem neuen Bild zusammen fließen.
Damit hat Inge Heuwold weltweit Anerkennung gefunden, ihre Fotografien werden nicht nur in zahlreichen Hochglanzgazetten abedruckt, sie werden unter anderm auch in einer ständigen Präsentation in Kansas City, USA, gezeit, ihre Ausstellungslist ist lang. Immer zeigt sie mit dem bemerkenswerten Fotografien das Wesentliche, die Struktur: Das Trägergewirr des Eiffelturms im feinzeichnenden Sonnenstrahl oder den neuen Hauptbahnhof in Berlin im akzentuierenden Gegenlicht. und eben Räder- und Riemenwerke der Textilmaschinen als Spielgelbild in polierten Metallplatten. Altes trift auf Neues - "Zeitsprünge" also. Entstanden stets im Vorbeigehen und doch mit unendlicher Präzision, die eigentlich lange Fotosessions vermuten ließen.
Wer diese ungewöhnlichen Blicke auf Neumünster (und den Rest der Welt) wagen möchte, der kann die Ausstellung in der Stadttöpferei am Fürsthof bis zum 25. August mittwochs bis....
