Die Lesende beeindruck
Foto der KN-zeitung sabine nitschke
Kieler Nachrichten
Aus dem oberbayerischen Bad Reichenhall, wo er im Alter von 15 Jahren bei W.A. Angerer zu malen begann, stammt Rüder. Intensiv beschäftigte er sich später mit altmeisterlicher Maltechnik, deren Akkuratesse in Öl auf Leinwand keineswegs im Gegensatz zu einen oft surrealistisch anmutenden Motives steht. Da umgeben mehr als baumhohe Mangoldstauden geradezu Fabel-Haft eine weiße Burg. treffen sich in dreieckigem Bildformat Waldpilze zum "Stelldichein" und mutieren in Kleinformaten Gemüse wie Zuccini, Artischocke oder Aubergine zum "Star-Motiv", wie Doris Weinberger in ihrer Einführung bestätigt. Rüdiger sucht in seinen Bildern die Welt auch hinter dem Wahrnehmbaren, zieht den Betrachter mit hinein in unbekannte Dimensionen.
Inneren und äußéren Bildern gibt auch Ute Fischer Raum, die Plastik mit Schwerpunkt Keramik an der Hochschule für Künste in Bremen studierte und dort mittlerweile als Werkstattleiterein gefragt ist: nicht zuletzt wegen ihres souveränen Umgangs mit Materialien, die Spektren aller möglichen Tone und Glasuren immer wieder neu ausprobierend.
Die Palette ihrer Werkauswahl für Neumünster reicht von "Porträit" getauften lebensgroßen Plasiken von Hosen, Jackett und Schuhen über eine wunderschöne zart anmutende "Rosenwiese" aus weiß glasierter Keramik auf Kupferstängeln bis hin zu kleineren Skulpturen wie de Lesenden mit Titel "Es war einmal".
Stadttöfperein Susanne Meissner hat einmal mehr gut daran getan, die Galerie im Fürsthof befreundeten Künstlern zu öffnen.
