susanne meissner stadttöpfer stipendium ausstellung über ein jahr als stadttöpferin


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einladungskarte zu ein jahr stadttöpferei neumünster vs

gebrauchskeramik

"seelenschirmchen" installation

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steinzeug, porzellan, notfalldecke

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zwei jahre stadttöpferein, november 08
einzelausstellung
in der galerie im fürsthof
porzellan, steinzeug, irdenware, installationen

"rotes meer" decken installation 2008,
Irdenware keramik und luftballon, kunstflecken neumünster

"Walfischhaischwarm" wand installation 2008,
porzellan zum teil holzbrand und reduktionsbrand glasiert und unglasiert

"doradenschwarm" wand installation 2007
keramik, Irdenware,

"tortenfest" installaiton 2007
irdenware keramik, fotos in der nord-art büdelsdorf ausstellung

ausstellung ein jahr als stadttöpferein nov. 2007
galerie im fürsthof, porzellan und steinzeug und irdenware

solo torten 2007
steinzeug torten und irdenware ägyptisch blau

"kieler sprotten" wand installation 2007
porzellan und holz und metall

"marienfeld" boden installation 2006
porzellan reduktons brand 1280 °C transparent glasiert

"haustiere" intallation kleinplastik 2006
porzellan, glasiert und unglasiert 1260 °C

installation aus meinem meisterschülerstudenjahr in der
hochschule für künste bremen, speere, gefäße, pfeile 2006
porzellan, z.T. holzofenbrand, unglasiert lose gelegte installation

diplom hochschule für künste bremen bildhauerei/keramik
bei prof. fritz vehring 2005
irdenware keramik, wiederholung einer einfachen form zu etwas neuem

porzellan tassen frei gedreht 2005
porzellan, gedreht, 1260 °C reduktionsbrand

ziegelstuhl auf dem gelände der ziegelein wehrmann 2003
ziegel verformt und gebrannt und geklebt

fischtellerset 2003
steinzeug reduktonsbrand mehrteilig

paddel mikado installation 2003
keramik, irdenware und rundholz

hauser an der wand installation 2003
terrakotta, irdenware z.T mit ägyptische blau

4 häuser kleinplastiken 2002
steinzeug keramik hausmodelle,

einlaadungskarte rs zu ein jahr stadttöpferei neumünster
tortentafel stilleben keramik tortentafel nahaufnahme keramik
fischschwarum dorade keramik über eck

Galerie im Fürsthof

Stadttöpferei Neumünster

Ausstellungen von
Dez. 2006 - Aug.2009


10. Ausstellung 30. November 2008
2 Jahre stadttöpferei für mich als Stadttöpferin


9. Ausstellung 11. August 2008
mit Mendy Arp

8. Ausstellung 01. Juni 2008
mit Kirsten Brünjes

7. Ausstellung 2. Dezember 2007
mit mir als Stadttöpferin

6. Ausstellung Oktober 2007
Ute A. Fischer und Nils Rüdiger

5. Ausstellung Septempber 2007
20 Jahre Stadttöpferei Neumünster

4. Ausstellung August 2007
Inge Heuwold

3. Ausstellung Mai 2007
Katharina Hagemann

2. Ausstellung März 2007
Anna Franziska Kessler

1. Ausstellung Dezember 2006
Start meiner Zeit als Stadttöferin

marienfeld porzellan

Susanne Meissner

Wir stehen in Mitten von Installationen, die gegenseitig Bezug auf einander nehmen. Installationen aus Fischen, Torten, Schalen, Urnen und Idolen.

Im Zentrum steht die „Tortentafel“. Üppig, barock ist sie vor uns aufgebaut. Festlich durch Kerzenständer geschmückt und von „Hängenden Tortenböden“ und „Schwarzwälderkirsch“-Lampen, die an verschwenderische Kristallleuchter erinnern, beleuchtet. Eine Pracht aus Farben und Formen verwöhnt unser Auge.
Auf dem zweiten Blick jedoch wird einiges fraglich: was macht das Geweih auf dem Tisch? Leckere Torten stehen neben Gebackenem, das Schimmelspuren aufweist! An der einen Wand hängen Schalen, die Essensreste zeigen, gegenüber prangen Tortenböden mit Zitronen und Fisch oder Weihnachtsplätzchen mit Schnecken? Nur verkehrte Welt? Dem Betrachter beschleicht Unbehagen: alles was zunächst eine große Üppigkeit und Fülle im Hier und Jetzt versprach, offenbart eine weitere Realität. Das tote Geweih eines Hirsches, abgegessene Schalen und angegammelte Torten zeigen an, dass das Fest nicht beginnt, sondern schon vor längerer Zeit gefeiert wurde. Wir als Zuschauer sind zu spät – Reste eines turbulenten Festes, werden uns präsentiert. Hat die Vernissage schon stattgefunden, haben wir etwa alles verpasst? Viele Objekte der „Tortentafel“ tragen die Vanitas -  Symbolik in sich, gemahnen uns somit an die Vergänglichkeit des Lebens – unseres Lebens!

Sind wir `mal wieder zu spät gekommen, haben wir etwas verpasst? Die Torte, die über sich getrocknete Trauben zeigt, gibt uns einen weiteren Denkanstoß: vielleicht hängen wir die Trauben unseres Lebens viel zu hoch und lassen sie deshalb dort vertrocknen? Wir hechten dem schönen, neuen, prallen Leben hinterher, sind von ihm betört, und vergessen dabei uns, unser wahres Leben! Das wahre Leben ist kein anhaltend  üppig gefülltes Kuchenbüffet mit funkelndem Kristallleuchter, sondern birgt stets die Vergänglichkeit in sich.

Susanne Meissner interessiert die Sphäre hinter der „ach so perfekt gestalteten“ Welt. Sie spielt mit Sein und Schein.

Die Installation „Fischschwarm“ zeigt auch zwei Seiten des Lebens/ der Realität. Über 30 Fische aus Keramik sind an die Wand montiert und scheinen die Wand von unten nach oben hoch zu schwimmen. Schaut man in den Spiegel ändert sich die Schwimmrichtung des Fischschwarms in die unendliche Tiefe. Fische strömen aus oder in einen undefinierbaren Sog – ins Leben oder den Tod? Verkehrte Welt? Oder nur eine Veränderung, die man stets nur mit dem zweiten Blick erfasst?

 

Irdisches, Vergängliches und somit die Veränderung auf der einen Seite und Himmlisches, Ewiges, Nicht Fassbares auf der anderen Seite sind für die Künstlerin Susanne Meissner Parameter, die sie stets aufs Neue untersucht und als immer neue Herausforderung ansieht.

Es ist somit auch nicht verwunderlich, dass Meissner sich sowohl mit der christlichen Marienfigur als auch mit steinzeitlichen Idolen wie der Fruchtbarkeitsgöttin auseinandersetzt. In der Installation „Marienfeld“, sind auf einem goldenen Tuch in einem abgezirkelten Feld 9 x 11 identische weiße Marienplastiken platziert. Steht ansonsten Maria allein erhöht auf Säulen oder in Tabernakeln, zeigen sich hier viele „geklonte“ Marien auf dem Boden. Maria erscheint nicht nur seriell, sondern ist auch „geerdet“ und somit aus der himmlischen Sphäre auf den Erdboden transferiert worden zu sein. Das goldene Tuch und die Lichter verweisen jedoch auf ihren besonderen Status als Mittlerin zwischen Himmel und Erde. Eine Marienplastik ist herausgenommen und thront auf einem Kerzenständer. Sie schaut in das blaue Leuchtobjekt mit Sternen – der Unendlichkeit zugewandt.

Im Gegensatz dazu präsentiert Meissner ihre weiblichen Idole mit vergrößerten Brüsten und Gesäß - der Venus von Willendorf nicht unähnlich. Sie sind handfest und erdig. Die Körperlichkeit steht im Mittelpunkt. Unterschiedlich farbige Glasuren unterstreichen die Lebensfreude. In den Arbeiten „Idol auf Zitrone“ treibt die Künstlerin das füllige Leben auf den Höhepunkt: pralle weibliche Formen auf praller Frucht!

Beide Frauengestalten sind bis an ihre Grenzen geführt und „überzeichnet“ dargestellt: das erdig üppige Idol ist kurz vor dem Zerplatzen, die zwar geerdete, aber sehr zarte weiße Mariengstalt versucht sich wieder in die Unendlichkeit zu flüchten.

Es sind jeweils die Umbruchstellen bzw. die Veränderungsprozesse von Dingen, Personen oder Phänomenen, die die Künstlerin näher unter die Lupe nimmt und hinterfragt.

In dieser Ausstellung wird Wandel plastisch gestaltet. Hinter der aufgeputzten Fassade der Fülle und des Lebens lauert Vergänglichkeit und Tod. Auf den Punkt bringt es die Urne mit einem speziellen Deckel. Dieser zeigt eine Venusfigur auf einer Zitrone, die wiederum auf einer Torte thront. Details, die man in anderen Zusammenhängen schon einmal in der Ausstellung angetroffen hat.

Entdecken auch sie die vielfältigen Details, die Bezüge zu den einzelnen Installationen herstellen, denn wie sagt der Volksmund: der Teufel lauert im Detail! Da die Künstlerin den Schalk im Nacken hat und surreale Welten liebt, machen sie sich auf spannende Eindrücke gefasst!

Dr. Christiane Braun

Kunsthistorikerin

im Dezember 2007

rosinen torte keramik motiv vür die einladungskarte stadttöpferei neumünster galerie im fürsthof
ausstellung mit dem titel

ein jahr stadttöpferei.

allerdings wurde ich darauf hingewiesen, daß es das stipendium der stadttöpferei ja schon 20 jahre gibt, haben wir ausgiebig gefeiert, gibt es hier auch eine extra seite darüber und so wär der ursprüngliche titel
"ein jahr stadttöpferei"
eigentlich falsch.
habs halt nur auf mich bezogen!

© 2003 susanne meissner keramik kunst lübeck